
Kultur und Kunst stellen sich den neuen Möglichkeiten der Informatik: Installation „Y“ von Carsten Höller (2003). © VG Bild-Kunst, Bonn.
Die Digitalisierung aller Formen der menschlichen Kultur hat begonnen: Musik, Sprache, Foto und Film werden oft nur noch digital produziert. Sowohl in der Kultur als auch im Entertainment hat die Informatik längst Einzug gehalten.
Keiner der Hits aus dem Radio wird noch ohne digitale Technik produziert, Radio und Fernsehen steigen immer mehr auf digital bearbeitete Sendungen um, und auch in Kinos läuft ohne Informatik bald nichts mehr. Gleiches findet auch in anderen kulturellen Bereichen statt: Auf der Bühne sind viele Inszenierungen ohne aufwendige Computertechnik gar nicht mehr denkbar; auch bildende Künstler arbeiten zunehmend mit Maus und Bildschirm; alte Bücher, Briefe und Folianten sind oft nur noch online einzusehen.
In Kultur und Entertainment werden digitale Informationen vermittelt, das heißt, es geht darum, ein Signal über ein bestimmtes Medium von einem Sender zu einem Empfänger zu übermitteln: zwischen Künstler und Zuschauer, Popstar und Zuhörer, Autor und Leser.
Die Digitalisierung ist in allen Bereichen des Entertainments schon weit vorangeschritten. Digitale Fotokameras erobern derzeit den Markt und ersetzen herkömmliche Modelle in einem rasanten Tempo. Der Marktanteil kleiner digitaler Musikabspielgeräte (MP3-Player) wuchs gegenüber dem Vorjahr um 170 Prozent. Auch in den Ton- und Fernsehstudios setzt sich die digitale Technik zunehmend durch. In den meisten Studios sind komplexe Systeme installiert, die digitale Ton- und Bildaufnahmen als Datei speichern, verwalten und über ein Computernetzwerk für ganze Produktionsteams zur Verfügung stellen. Mehr
Seit etwa 1960 wird die Informatik auch bei der Erzeugung oder Bearbeitung von Kunstwerken verwendet. In den Anfangsjahren waren es oft Computerpioniere, die die Möglichkeiten des Computers zur Erschaffung moderner Kunst zu testen begannen. Auch in der Architektur spielt die Informatik eine immer entscheidendere Rolle. Dank Informatik gibt es Architektur-Software, mit deren Hilfe dreidimensionale Bilder und Modelle konstruiert werden können. Heutzutage entstehen kaum noch Gebäude, die nicht vorher im Computer gezeichnet und interaktiv ausprobiert wurden. Mehr
Neue Produkte werden immer öfter am Computer entwickelt, getestet und für die Serienproduktion optimiert. Dies gilt für alle Bereiche, in denen sich die Informatik etabliert, wirkt sich aber besonders stark in der Konsumentenelektronik aus. Wohin führt diese Verkürzung des Innovationszyklus? Bedroht die Kurzlebigkeit der neuen Techniken nicht das gesammelte Wissen und die Kulturgeschichte unserer Gesellschaft? Mehr