
Präsentation unter Einsatz digitaler Technik: Mathematiker John M. Sullivan, für dessen Vortrag seine Zuhörer eine 3-D-Brille brauchten. © DFG-Forschungszentrum Matheon
Besonders am Beispiel der Kommunikation wird der Wandel zur digitalen Gesellschaft deutlich. Wir befinden uns an einem historischen Wendepunkt: Unterschiedliche Medien wie Telefon, Fernsehen, Radio, CDs, Bücher und Zeitungen werden zunehmend digital bereitgestellt und immer häufiger auch digital genutzt. Es zeichnet sich ab, dass diese Digitalisierung zur Verschmelzung der Mediengattungen führt und die klassische Trennung von Medien sukzessive aufgehoben wird.
Zur gleichen Zeit schaffen neue Kommunikationsnetzwerke die Möglichkeit, digitale Informationen über Breitbandtechnologien zu versenden und zu empfangen. Die Netzwerke mit der entsprechenden Kapazität sind nicht mehr ausschließlich an Kabel gebunden (Festnetz-Anschlüsse per DSL, TV-Breitband- und Glasfaserkabel oder Stromnetz), sondern auch per Funk zugänglich (UMTS, WLAN und deren Nachfolgetechnik HSDPA oder WIMAX). Dank der drahtlosen Anbindung von Mobilgeräten ans Internet kann von überall auf digitale Informationen zugegriffen werden. Die Übertragungskapazität der neuen Datennetze ist so hoch, dass sie nicht nur für Sprache, sondern auch für Musik und Film geeignet sind.
Mit dem Zusammenwachsen von Computertechnik, Unterhaltungselektronik und Telekommunikation rückt die Informatik an eine zentralere Position innerhalb der Gesellschaft: Sie sorgt dafür, dass es eine vollständige Integration bisher unterschiedlicher Systeme geben kann. Wie wichtig diese Integration für Deutschland ist, hat die OECD (Organization for Economic Cooperation and Development), ausgerechnet. Die OECD bezifferte den Anteil von Breitband-Infrastrukturen und dazugehörigen Anwendungen und Inhalten in den nächsten fünf Jahren auf etwa ein Drittel des deutschen Produktivitätszuwachses.
Die Informatik steht also für wichtige Herausforderungen in den kommenden Jahren. Sie muss drei wichtige Leistungen erbringen: grundlegende Software für den Aufbau neuer Infrastrukturen liefern, neue, einheitliche Informationsformate schaffen und die Integration von alten und neuen Anwendungen ermöglichen.
Was die Informatik bei der Infrastruktur leisten kann, zeigen die Entwicklungen bei den Breitband-Datennetzen. Die Übertragungskapazität des Telefonkabels war Anfang der 1980er Jahre bis zu ihrem theoretisch-physikalischen Maximum ausgeschöpft. Dass heutzutage trotzdem eine viel schnellere Datenverbindung über das vorhandene Telefonkabelnetz verlegt werden kann, ist der Informatik zu verdanken. Mehr
Wie schnell die Digitalisierung durch die Gesellschaft akzeptiert wird, zeigt das Beispiel der Mobiltelefone, die durch zusätzliche Foto- und Musikfunktionen herkömmliche Modelle ersetzen. Die Aufgabe der Informatik lautet jetzt, weiterhin einheitliche digitale Informationsformate zu schaffen. Mehr
Wie verändert diese Konvergenz der Medien die Kommunikation zwischen Individuen und wie verändert sie die Kommunikation in der Gesellschaft? Mehr