
„Augmented Reality“ und modernste Tracking-Verfahren erlaubten erstmals Diagnose- und Planungsdaten während der Operation zentimetergenau einzublenden. © Fraunhofer IGD
Kaum ist der Mensch geboren, begrüßt ihn die Informatik. Digitale Messgeräte kontrollieren seine Herz- und Nervenfunktionen, bei Bedarf wird das neue Leben von Sensoren und Software überwacht und unterstützt. Bereits vor der Geburt können digitale Frühdiagnosesysteme Risiken aufdecken, die sonst unbemerkt geblieben wären.
Es gibt nur wenige Bereiche im Leben, in denen der Einsatz von Informatik eine bedeutendere Rolle spielt als in der Gesundheit. Die unterstützende Diagnose ist eins der ersten Felder, in denen sie neue Wege eröffnet hat. Auch bei unserem Verständnis der biologischen Grundbausteine aller Lebensformen der DNA-Sequenzen hat die Informatik neue Horizonte eröffnet. In der Gesundheitsversorgung beschleunigt sie Prozessabläufe. In der Neuroprothetik ermöglicht eine immer bessere Software genauere Verbindungen zwischen dem Computer- und dem menschlichen Nervensystem. Diese Entwicklungen bieten zwar viele Vorteile: vom wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn bis hin zu Kostenersparnissen. Gleichzeitig wird jedoch über kaum ein anderes Thema so viel diskutiert wie über den Einfluss der Informatik auf die Gesundheit. Eine wesentliche Frage, die sich stellt: Ist alles, was technisch realisierbar ist, auch wünschenswert?
Die Rolle der Informatik in der digitalen Diagnostik ist vielseitig: Sie sorgt zum Beispiel dafür, dass schädliche Strahlungen minimiert werden. Neue Programme sind in der Lage, aus geringsten elektrischen Signalen, die von Röntgengeräten stammen, brauchbare Bilder zu rekonstruieren. Mehr
Der Computer hat im vergangenen Jahrzehnt weitgehend zur Entschlüsselung der Erbsubstanzen beigetragen. Erst durch die Informatik ist es möglich, die Millionen der in den DNA-Ketten gespeicherten Dateninformationen zu lesen, zu entschlüsseln und zu verarbeiten. Mehr
Wenn es um die Identifizierung und Verwaltung von Patienten- oder Medikamentendaten, Behandlungsmethoden, Krankheitsverläufen und versicherungstechnischen Daten geht, ist die Informatik gefragt. Eines der größten IT-Projekte Europas ist die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte. Mehr
Medizinern ist es möglich, das menschliche Nervensystem mit elektronischen Computerchips zu verbinden. So können fehlende Sinnesorgane ersetzt oder mechanische Prothesen gesteuert werden. Mehr
Durch immer ausgereiftere Frühdiagnose-Systeme wird mehr Wissen über gesunde und kranke Menschen angesammelt als je zuvor. Was passiert mit diesen Informationen? Wie kann dafür gesorgt werden, dass mit den teilweise sehr weit in das Privatleben hineinreichenden Daten kein Missbrauch getrieben wird? Mehr